Charles Dow gilt als einer der Urväter der klassischen Charttechnik. Sein theoretisches Modell über steigende und fallende Märkte hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt. Was wir heute als Technische Analyse bezeichnen, hat seinen Ursprung in den Theorien, die Charles Dow zur Jahrhundertwende formuliert hat. Noch heute beziehen sich zahlreiche Charttechniker in ihren Analysen auf die Dow-Theorie. Die Theorien von Charles Dow wurden Thema zahlreicher Bücher, Schon 1903, ein Jahr nach seinem Tod, erschien „The ABC of Stock speculation“ von S.A: Nelson, der auch den Begriff „Dow-Theorie“ einführte. Sechs Kernaussagen Dows lassen sich exponiert herausstellen.
1. Die Indizes diskontieren alles
Die Kursstände der Indizes reflektieren alle Faktoren, die das Angebot und die Nachfrage beeinflussen. Das Grundprinzip der Technischen Analyse. Alles steckt im Chart drin ! Die Einschätzungen aller Marktteilnehmer in Bezug auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Insiderwissen, etc. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen, Terroranschläge usw. werden rasch in den Kursen eingepreist. Damit erübrigt sich eine Fundamentalanalyse.
2. Der Markt hat drei Trends
Einen primären (langfristigen), sekundären (mittelfristigen) und untergeordneten (kurzfristigen) Trend. Dabei ist ein Aufwärtstrend dadurch definiert, dass jeder neue Hochpunkt höher liegt als der vorausgegangene Hochpunkt und jeder neue Tiefpunkt höher liegt als der vorausgegangene Tiefpunkt.
Ein Trend im Sinne von Dow ist ein Muster von steigenden (bzw. fallenden) relativen Hoch -& Tiefpunkten. Die graphische Verbindung der jeweiligen Tiefs bzw. Hochs ergibt dann eine Trendlinie.
Dow definierte 3 Trends, die er mit dem Verhalten des Wassers in den Ozeanen verglich. Der primäre Trend repräsentiert Ebbe und Flut, zeigt also, in welche Richtung es gerade grundsätzlich läuft. Der sekundäre Trend steht für die Wellen, und der tertiäre, den Dow als „unbedeutenden“ Trend bezeichnete, entspricht kleinsten Veränderungen auf den Wellen. Die primären Trends sah Dow in einem Zeitraum von einem bis mehreren Jahren, die sekundären als Korrekturen des Primärtrends (zwischen 1/3 und 2/3 – Korrektur der vorherigen Bewegung) in der Regel bei drei Wochen bis drei Monate. Der untergeordnete (unbedeutende) Trend dagegen dauert weniger als drei Wochen und spielte für Dow kaum eine Rolle. Ihm hatten es die Primärtrends angetan.
3. Primäre Trends haben drei Phasen
Akkumulationsphase – Der Markt hat gerade nach oben gedreht, jetzt kaufen die gut informierten Investoren.
Phase der öffentlichen Beteiligung – Nun, da die Medien über die steigenden Kurse berichten, steigen viele Leute ein.
Distributionsphase – Jetzt wächst das Interesse der breiten Öffentlichkeit, der Markt befindet sich auf einem Hoch, die cleveren Investoren steigen bereits aus.
4. Die Indizes müssen einander bestätigen
Diese Aussage bezieht sich auf die Industrie-und Eisenbahn-Indizes. Dow war der Meinung, dass kein allgemeiner Bären-oder Bullenmarkt ausgerufen werden sollte, wenn nicht beide Indizes das gleiche Signal geben, wobei dies nicht gleichzeitig erfolgen muss, aber zeitlich nahe. Heute wären dies dann sowohl der Dow Jones Index als auch Dow Transportation Index welche das gleiche Signal geben müssen (für einen Abwärts- oder Aufwärtstrend) und sich so gegenseitig bestätigen.
5. Das Volumen muss den Trend bestätigen
Der Umsatz muss in Richtung des primären Trends ansteigen. Ist der primäre Trend also aufwärtsgerichtet, sollten die Umsätze bei steigenden Kursen steigen und andersherum. Ist er abwärtsgerichtet, sollten die Umsätze bei fallenden Kursen steigen und andersherum. Ist das nicht so, muss man den Trend hinterfragen Für Dow war das Volumen ein sekundärer Indikator, dem er aber durchaus Beachtung schenkte.
6. Ein Trend besteht solange fort, bis es definitive Signale gibt, dass er sich umgekehrt hat.
Damit beschreibt Dow in Anlehnung an die Physik das Beharrungsvermögen der Indizes. Die Wahrscheinlichkeit spricht in der Regel dafür, dass sich der existierende Trend fortsetzt.
Video von Max alias Technical Crypto zur Charles Dow Theorie ab Minute 04:38
weitere Details zu Dow Theorie
Charles Dow setzte ausschließlich auf Schlusskurse für seine Analyse. Intraday-Schwankungen hatten für ihn wenig Relevanz. Der Schlusskurs ist die Essenz des Handelstages, somit konnten auch nur Schlusskurse Signale generieren. Trader werden vielleicht überrascht sein: Aber Dow wollte eigentlich nie Kurse prognostizieren. Stattdessen war er fasziniert, die künftige wirtschaftliche Entwicklung vorab an den Kursen abzulesen. Er war damit praktisch der erste, der die Börse als ökonomischen Frühindikator entdeckte. Kritiker werden Dow bzw. seiner Theorie heute gerne vor, Teile einer Bewegung zu verpassen. In der Tat werden die wichtigsten Signale generiert, wenn vorhergegangene mittelfristige Hochs oder Tiefs unter- bzw. überschritten werden. Dann sind oft schon 20 bis 30% der Gesamtbewegung vorbei. Dow wollte jedoch den mittleren Hauptteil erwischen, da dieser den Großteil ausmacht, so wie dies heutige Trendfolgemodelle auch versuchen.
Fazit
Charles Dow ist ohne Zweifel der Urvater der heutigen Technischen Analyse. Er war ein Visionär und Genie. Nicht nur seine Erkenntnis über das menschliche Anlegerverhalten, sondern auch das Verständnis für die voraus laufenden Zusammenhänge mit dem Verkauf der Konjunktur machen Charles Dow zur Legende. Der wichtigste Aktienindex der Welt, genannt Dow Jones Index trägt heute zu Recht seinen Namen.
Jeder Handel ist riskant und hat keine Gewinngarantie. Der Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Kryptowährungen, Assets, Produkte, Dienstleistungen und sonstige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar. Wenn möglich sollte immer ein unabhängiger finanzieller Rat eingeholt werden.
Charles Dow gilt als einer der Urväter der klassischen Charttechnik. Sein theoretisches Modell über steigende und fallende Märkte hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt. Was wir heute als Technische Analyse bezeichnen, hat seinen Ursprung in den Theorien, die Charles Dow zur Jahrhundertwende formuliert hat. Noch heute beziehen sich zahlreiche Charttechniker in ihren Analysen auf die Dow-Theorie. Die Theorien von Charles Dow wurden Thema zahlreicher Bücher, Schon 1903, ein Jahr nach seinem Tod, erschien „The ABC of Stock speculation“ von S.A: Nelson, der auch den Begriff „Dow-Theorie“ einführte. Sechs Kernaussagen Dows lassen sich exponiert herausstellen.
1. Die Indizes diskontieren alles
Die Kursstände der Indizes reflektieren alle Faktoren, die das Angebot und die Nachfrage beeinflussen. Das Grundprinzip der Technischen Analyse. Alles steckt im Chart drin ! Die Einschätzungen aller Marktteilnehmer in Bezug auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Insiderwissen, etc. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen, Terroranschläge usw. werden rasch in den Kursen eingepreist. Damit erübrigt sich eine Fundamentalanalyse.
2. Der Markt hat drei Trends
Einen primären (langfristigen), sekundären (mittelfristigen) und untergeordneten (kurzfristigen) Trend. Dabei ist ein Aufwärtstrend dadurch definiert, dass jeder neue Hochpunkt höher liegt als der vorausgegangene Hochpunkt und jeder neue Tiefpunkt höher liegt als der vorausgegangene Tiefpunkt.
Ein Trend im Sinne von Dow ist ein Muster von steigenden (bzw. fallenden) relativen Hoch -& Tiefpunkten. Die graphische Verbindung der jeweiligen Tiefs bzw. Hochs ergibt dann eine Trendlinie.
Dow definierte 3 Trends, die er mit dem Verhalten des Wassers in den Ozeanen verglich. Der primäre Trend repräsentiert Ebbe und Flut, zeigt also, in welche Richtung es gerade grundsätzlich läuft. Der sekundäre Trend steht für die Wellen, und der tertiäre, den Dow als „unbedeutenden“ Trend bezeichnete, entspricht kleinsten Veränderungen auf den Wellen. Die primären Trends sah Dow in einem Zeitraum von einem bis mehreren Jahren, die sekundären als Korrekturen des Primärtrends (zwischen 1/3 und 2/3 – Korrektur der vorherigen Bewegung) in der Regel bei drei Wochen bis drei Monate. Der untergeordnete (unbedeutende) Trend dagegen dauert weniger als drei Wochen und spielte für Dow kaum eine Rolle. Ihm hatten es die Primärtrends angetan.
3. Primäre Trends haben drei Phasen
Akkumulationsphase – Der Markt hat gerade nach oben gedreht, jetzt kaufen die gut informierten Investoren.
Phase der öffentlichen Beteiligung – Nun, da die Medien über die steigenden Kurse berichten, steigen viele Leute ein.
Distributionsphase – Jetzt wächst das Interesse der breiten Öffentlichkeit, der Markt befindet sich auf einem Hoch, die cleveren Investoren steigen bereits aus.
4. Die Indizes müssen einander bestätigen
Diese Aussage bezieht sich auf die Industrie-und Eisenbahn-Indizes. Dow war der Meinung, dass kein allgemeiner Bären-oder Bullenmarkt ausgerufen werden sollte, wenn nicht beide Indizes das gleiche Signal geben, wobei dies nicht gleichzeitig erfolgen muss, aber zeitlich nahe. Heute wären dies dann sowohl der Dow Jones Index als auch Dow Transportation Index welche das gleiche Signal geben müssen (für einen Abwärts- oder Aufwärtstrend) und sich so gegenseitig bestätigen.
5. Das Volumen muss den Trend bestätigen
Der Umsatz muss in Richtung des primären Trends ansteigen. Ist der primäre Trend also aufwärtsgerichtet, sollten die Umsätze bei steigenden Kursen steigen und andersherum. Ist er abwärtsgerichtet, sollten die Umsätze bei fallenden Kursen steigen und andersherum. Ist das nicht so, muss man den Trend hinterfragen Für Dow war das Volumen ein sekundärer Indikator, dem er aber durchaus Beachtung schenkte.
6. Ein Trend besteht solange fort, bis es definitive Signale gibt, dass er sich umgekehrt hat.
Damit beschreibt Dow in Anlehnung an die Physik das Beharrungsvermögen der Indizes. Die Wahrscheinlichkeit spricht in der Regel dafür, dass sich der existierende Trend fortsetzt.
Video von Max alias Technical Crypto zur Charles Dow Theorie ab Minute 04:38
weitere Details zu Dow Theorie
Charles Dow setzte ausschließlich auf Schlusskurse für seine Analyse. Intraday-Schwankungen hatten für ihn wenig Relevanz. Der Schlusskurs ist die Essenz des Handelstages, somit konnten auch nur Schlusskurse Signale generieren. Trader werden vielleicht überrascht sein: Aber Dow wollte eigentlich nie Kurse prognostizieren. Stattdessen war er fasziniert, die künftige wirtschaftliche Entwicklung vorab an den Kursen abzulesen. Er war damit praktisch der erste, der die Börse als ökonomischen Frühindikator entdeckte. Kritiker werden Dow bzw. seiner Theorie heute gerne vor, Teile einer Bewegung zu verpassen. In der Tat werden die wichtigsten Signale generiert, wenn vorhergegangene mittelfristige Hochs oder Tiefs unter- bzw. überschritten werden. Dann sind oft schon 20 bis 30% der Gesamtbewegung vorbei. Dow wollte jedoch den mittleren Hauptteil erwischen, da dieser den Großteil ausmacht, so wie dies heutige Trendfolgemodelle auch versuchen.
Fazit
Charles Dow ist ohne Zweifel der Urvater der heutigen Technischen Analyse. Er war ein Visionär und Genie. Nicht nur seine Erkenntnis über das menschliche Anlegerverhalten, sondern auch das Verständnis für die voraus laufenden Zusammenhänge mit dem Verkauf der Konjunktur machen Charles Dow zur Legende. Der wichtigste Aktienindex der Welt, genannt Dow Jones Index trägt heute zu Recht seinen Namen.
Jeder Handel ist riskant und hat keine Gewinngarantie. Der Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Kryptowährungen, Assets, Produkte, Dienstleistungen und sonstige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar. Wenn möglich sollte immer ein unabhängiger finanzieller Rat eingeholt werden.